Spanien: Auf Mallorca wurden sechs Masernfälle bei ungeimpften Personen bestätigt. Es handelt sich um die ersten Fälle, die 2026 auf den Balearen gemeldet wurden. Der Ausbruch wurde am 7. August festgestellt und steht im Zusammenhang mit einem erkrankten Kind, das aus einem anderen europäischen Land eingereist war und am 19. Juli die Notaufnahme des Krankenhauses Son Espases aufgesucht hatte. Bei den Personen, die sich anschließend infizierten, traten die ersten Symptome ab Ende Juli auf.
Schweden: Am 17. August 2026 meldeten die schwedischen Gesundheitsbehörden 19 Masernfälle im Zusammenhang mit dem Urkult-Festival in Näsåker (30. Juli–1. August), überwiegend bei Kindern unter 18 Jahren. Fälle wurden aus mehreren schwedischen Regionen gemeldet. Da das Festival Besucher aus Schweden und anderen EU-Ländern anzog, ist eine weitere Ausbreitung möglich.
Auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius im Südatlantik gab es einen Ausbruch des seltenen Andes-Hantavirus. Betroffen sind Passagiere und Crew aus mehreren Ländern. Das Virus ist besonders, weil es als einziges Hantavirus auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann – meist nur bei engem und längerem Kontakt.
Zwischen dem 8. und 15. Mai 2026 wurden drei weitere Fälle gemeldet:
Insgesamt gibt es nun:
Weitere wichtige Punkte:
Behörden erwarten möglicherweise noch weitere Fälle, weil die Krankheit erst nach bis zu 6–8 Wochen ausbrechen kann. Durch Quarantäne, Isolation und Kontaktüberwachung soll die weitere Ausbreitung aber eingedämmt werden.
Für die Allgemeinbevölkerung wird das Risiko derzeit als sehr gering eingeschätzt, für Passagiere des Kreuzfahrtschiffs hingegen als moderat. Auch wenn es vereinzelt zu Übertragungen durch evakuierte Passagiere kommen sollte, gilt eine grössere Verbreitung in der Bevölkerung als unwahrscheinlich, da das Andes-Hantavirus nicht leicht übertragbar ist und Schutzmassnahmen umgesetzt wurden.
Reisen in Regionen mit Hantavirus-Vorkommen gelten insgesamt als risikoarm.
Empfehlungen für Reisende:
Stand März 2026 breitet sich Mpox weltweit weiterhin aus – über alle bekannten Viruskladen hinweg. Besonders die Klade Ib wurde inzwischen erstmals auch in mehreren neuen Ländern nachgewiesen, darunter Argentinien, Ecuador, Österreich, Russland und Singapur. Zudem wurde in fünf europäischen Ländern – Österreich, Belgien, Portugal, Spanien und dem Vereinigten Königreich – eine Übertragung innerhalb der Bevölkerung festgestellt.
Auch in Madagaskar (Klade Ib) und Pakistan hält die Ausbreitung innerhalb der Bevölkerung weiter an.
Positiv ist, dass das Gesundheitsministerium der Demokratische Republik Kongo am 2. April 2026 das Ende der Mpox-Epidemie als nationalen Gesundheitsnotstand erklärt hat.
Gleichzeitig beobachten Fachleute neue Entwicklungen: Bei zwei Reisenden wurde ein rekombinanter Virusstamm aus den Kladen Ib und IIb entdeckt.
Laut der Weltgesundheitsorganisation gibt es Hinweise darauf, dass sich dieser Stamm bereits stärker verbreitet haben könnte als bisher bekannt.
Weitere Informationen und aktuelle Entwicklungen veröffentlicht die Weltgesundheitsorganisation regelmässig in ihren globalen Trendberichten.
Das Risiko ist für die allgemeine Bevölkerung sehr gering, für Risikogruppen jedoch mässig.
Befolgen Sie die Empfehlungen der örtlichen Gesundheitsbehörden.
Seit Jahresanfang und bis zum 20. August 2025 haben neun Länder in Europa Fälle von West-Nil-Virus-Infektionen beim Menschen gemeldet: Albanien, Bulgarien, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Italien, Rumänien, Serbien und Spanien. Derzeit sind 67 Gebiete als betroffen bekannt.
Aktuelle Informationen finden Sie unter ECDC LINK.
Es werden folgende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:
Wenn Sie ein Gebiet besucht haben, in dem das West-Nil-Fieber übertragen wird, spenden Sie nach Ihrer Rückkehr mindestens 28 Tage lang kein Blut.
Deutschland: Am 3. Juli 2025 meldeten die deutschen Gesundheitsbehörden den Nachweis von zirkulierenden impfstammverwandten Polioviren vom Typ 2 in Abwasserproben aus mehreren Bundesländern:
Die Viren weitgehend mit dem cVDPV2-Cluster übereinstimmen, der Anfang 2025 in Spanien, Polen, Deutschland, Finnland und dem Vereinigten Königreich nachgewiesen wurde.
Bis zum 3. Juli 2025 wurden in der EU/dem EWR keine klinischen Fälle von Poliomyelitis gemeldet, und eine anhaltende Übertragung von Mensch zu Mensch innerhalb Deutschlands wurde nicht bestätigt.
Die grosse geografische Ausbreitung in der EU/dem EWR, die Tatsache, dass die Nachweise über mehrere Monate hinweg erfolgten, und die Identifizierung spezifischer genetischer Subcluster deuten auf zumindest eine gewisse lokale Übertragung hin.
Für alle Personen, einschliesslich Flüchtlinge und Migranten: Eine routinemässige Impfung gegen Polio gemäss den nationalen Richtlinien ist wichtig (Empfehlungen des BAG | Empfehlungen der STIKO).
Reisende, die in Länder reisen, in denen das wilde Poliovirus oder der Polio-Impfvirus endemisch ist, sollten sich gegen Polio impfen lassen, siehe Empfehlungen auf den Länderseiten unter www.healthytravel.ch.
Am 06. Juni 2025 meldete Spanien einen tödlichen Fall von Tollwut beim Menschen bei einem 44-jährigen Mann aus der Autonomen Gemeinschaft Valencia.
Der Patient war während einer Reise nach Äthiopien im Juli 2024 von einem Hund am Bein gebissen worden. Er reinigte die Wunde, suchte jedoch keinen Arzt auf und erhielt keine Postexpositionsprophylaxe (PEP). Etwa zehn Monate später traten Symptome wie Fieber, Übelkeit und Stimmungsschwankungen auf. Diese entwickelten sich zu Hydrophobie, was zu einem klinischen Verdacht auf Tollwut führte. Trotz intensiver Behandlung verstarb er am 6. Juni 2025.
Spanien, einschliesslich seines Festlands und seiner Inseln, ist seit 1978 offiziell frei von terrestrischer Tollwut, mit Ausnahme eines Einzelfalls im Juni 2013, bei dem ein aus Marokko importierter Hund betroffen war. Allerdings werden weiterhin sporadische importierte Tollwutfälle in den Autonomen Städten Ceuta und Melilla gemeldet, die vor allem Hunde und gelegentlich Pferde betreffen.
Dieser tragische Fall unterstreicht, wie wichtig es ist, über Tollwut aufgeklärt zu sein und nach potenziellen Expositionen, wie z. B. Hundebissen, in Reisezielen, in denen Tollwut endemisch ist, eine Postexpositionsprophylaxe durchzuführen, selbst wenn die Exposition mehrere Monate zurückliegt (siehe auch Tollwut-Factsheet).
Vorbeugung: Vermeiden Sie den Kontakt mit Tieren und füttern Sie sie nicht! Reisenden wird eine Impfung vor der Exposition empfohlen, insbesondere Personen mit erhöhtem Risiko, wie z. B. Personen, die mit Tieren arbeiten, Zweiräder fahren, abgelegene Gebiete besuchen, kleine Kinder, Höhlenforscher oder alle, die mit Fledermäusen in Kontakt kommen können.
Verhalten nach einer Exposition: Nach einem Tierbiss/Kratzer: Waschen Sie die Wunde sofort 15 Minuten lang mit Wasser und Seife, desinfizieren Sie sie anschliessend und suchen Sie in jedem Fall so schnell wie möglich ein hochwertiges medizinisches Zentrum für eine Postexpositionsprophylaxe auf!
In mehreren Ländern der Europäischen Union wurde ein Anstieg der gemeldeten Fälle von Hepatitis A beobachtet, insbesondere in Österreich, Tschechien und Ungarn.
Der Anstieg der Infektionen betrifft vor allem obdachlose Erwachsene, Drogenabhängige und Menschen, die unter schlechten hygienischen Bedingungen leben.
Die Übertragungskette ist noch nicht unterbrochen, und es ist mit weiteren Fällen zu rechnen.
Eine Impfung gegen Hepatitis A wird für Personen empfohlen, die Freunde und Verwandte in abgelegenen ländlichen Gebieten und/oder an Orten mit schlechten hygienischen Bedingungen besuchen, sowie für Risikopersonen.
Die Daten zu Masernfällen in der Europäischen Union und im Europäischen Wirtschaftsraum (EU/EWR) in den letzten zwölf Monaten (1. Februar 2024 bis 31. Januar 2025 32‘265 Masernfälle) zeigen einen deutlichen Anstieg der Meldungen im Vergleich zu 2023. Rumänien (27‘568), Italien (1‘097), Deutschland (637), Belgien (551) und Österreich (542) wiesen die höchsten Fallzahlen auf.
Aufgrund der vermehrten Viruszirkulation, werden die Fallzahlen sehr wahrscheinlich im Frühjahr 2025 zunehmen. Die anhaltende Übertragung deutet auf Lücken in der Durchimpfung gegen diese vermeidbare Krankheit hin – sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen und Erwachsenen.
Lassen Sie Ihren Impfstatus überprüfen!
Alle nach 1963 geborenen Personen, die keinen nachgewiesenen Schutz gegen Masern haben (Antikörper oder 2 nachgewiesene Impfungen), sollten zweimal mit dem MMR-Impfstoff geimpft werden. Im Falle einer Epidemie in der Region oder bei Kontakt mit einem Masernfall wird die Impfung ab einem Alter von 6 Monaten empfohlen.
Die Daten aus den neuesten epidemiologischen Jahresberichten des ECDC über sexuell übertragbare Krankheiten (STIs) zeigen, dass die Melderate für bestätigte Gonorrhö-Fälle in den Ländern der Europäischen Union/des Europäischen Wirtschaftsraums im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 um 31 % gestiegen ist und seit 2014 um 321 % zugenommen hat.
Auch die Zahl der Syphilis-Fälle steigt weiter an. Im Jahr 2023 wurden in 29 EU-/EWR-Ländern 41’051 bestätigte Fälle gemeldet, was einem Anstieg von 13 % gegenüber 2022 und einer Verdoppelung gegenüber 2014 entspricht.
In den letzten drei Monaten wurden Impfpolioviren des Typ 2 (VDPV2) in Abwasserproben in Barcelona (Spanien), Warschau (Polen) sowie in Bonn, Düsseldorf, Dresden, Hamburg, Köln, Mainz und München (Deutschland) nachgewiesen.
In allen drei Ländern der Europäischen Region wurde das Virus nur aus Umweltproben (Abwasser) isoliert – es wurden keine damit verbundenen Fälle von Polio-Lähmung festgestellt.
In Deutschland, Polen und Spanien wird die Krankheit streng überwacht und die Durchimpfungsrate ist hoch. In jedem Land gibt es jedoch Gebiete, in denen die Durchimpfungsrate zu niedrig ist.
Der Nachweis von VDPV2 im Abwasser ist nicht überraschend. Menschen können das Virus ausscheiden, wenn sie aus Ländern kommen oder in Länder gereist sind, in denen noch der orale Poliovirus-Impfstoff verwendet wird. Das Risiko für geimpfte Menschen in Deutschland ist aufgrund der hohen Durchimpfungsrate gegen Polio sehr gering.
Für alle Personen, einschliesslich Flüchtlinge und Migranten: Eine routinemäßige Impfung gegen Polio gemäß den nationalen Richtlinien ist wichtig (Schweizer BAG-Empfehlungen |STIKO, Deutschland-Empfehlungen).
Reisende, die in Länder reisen, in denen das Polio-Wildvirus oder das Polio-Impfvirus endemisch ist, sollten sich gegen Polio impfen lassen, siehe Empfehlungen auf den Länderseiten unter www.healthytravel.ch.
Im Jahr 2024 und bis am 2. Oktober 2024 haben 18 Länder in Europa 1’202 lokal erworbene Fälle von West-Nil-Virus (WNV)-Infektionen beim Menschen mit bekanntem Infektionsort gemeldet. Der früheste und der späteste Zeitpunkt des Auftretens waren jeweils der 1. März 2024 und der 26. September 2024.
Lokal erworbene Fälle wurden von Italien (422), Griechenland (202), Spanien (114), Albanien (102), Ungarn (101), Rumänien (71), Serbien (53), Österreich (34), Türkei (30), Frankreich (27), Kroatien (20), Deutschland (8), Slowenien (5), Kosovo (4), Slowakei (4), Bulgarien (2), Nordmazedonien (2) und Tschechien (1) gemeldet.
In Europa wurden 88 Todesfälle aus Griechenland (31), Italien (16), Albanien (13), Rumänien (10), Spanien (10), Bulgarien (2), Serbien (2), der Türkei (2), Frankreich (1) und Nordmazedonien (1) gemeldet.
Die in diesem Jahr gemeldeten Fallzahlen liegen über dem durchschnittlichen monatlichen Fallaufkommen der letzten 10 Jahre. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2023 wurden 681 Fälle gemeldet. Die Zahlen sind jedoch niedriger als im Jahr 2018, als zu dieser Jahreszeit 1'728 Fälle gemeldet wurden.
Folgende Vorsichtsmassnahmen werden empfohlen:
Anfang Mai 2022 wurde in England ein Fall von Affenpocken festgestellt, der nach einer Reise nach Nigeria aufgetreten war. Im Verlauf wurden in England 6 weitere Fälle von Affenpocken bei Personen ohne vorherige Reisen und ohne Kontakt zu bekannten reiseassoziierten Fällen diagnostiziert. Dabei handelt es sich um zwei Fälle in einer Familie sowie um vier Fälle bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM). Letztere haben sich offenbar in London infiziert. Ausser in der Familie und bei zwei der MSM-Fälle sind keine Verbindungen der Fälle untereinander bekannt. Weitere 2 Fälle wurden inzwischen noch gemeldet. Untersuchungen zu den Infektionsquellen und weiteren Verdachtsfällen sind angelaufen.
Von GeoSentinel und diversen Medienberichten werden zusätzliche Fälle aus folgenden Ländern gemeldet:
Beschreibung: Affenpocken sind eine Zoonose, die durch ein Orthopoxvirus, ein DNA-Virus, verursacht wird, das genetisch mit dem Variolaund dem Vaccinia-Virus verwandt ist. Affenpocken sind in West- und Zentralafrika endemisch. Seit September 2017 werden in Nigeria vermehrt Fälle registriert, auch Importe durch Rückreisende nach England und USA wurden in den letzten Jahren vermehrt festgestellt. Es gibt zwei Typen des Affenpockenvirus: den westafrikanischen Typ und den zentralafrikanischen Typ (Congo Basin).
Übertragung: Affenpocken werden von infizierten Tieren durch einen Biss oder durch direkten Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten oder Läsionen des infizierten Tieres übertragen. Sie können über Abschürfungen im Mund auf Personen übertragen werden, die infizierte Tiere essen. Es kann auch von Mensch zu Mensch über die Atemwege, durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten einer infizierten Person oder mit viruskontaminierten Gegenständen übertragen werden. Die Inkubationszeit beträgt 5-21 Tage, gewöhnlich etwa 7 bis 17 Tage.
Symptome: Zu den Symptomen der Affenpocken gehören Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Schüttelfrost. 1- 3 Tage nach Symptombeginn entwickelt sich ein Ausschlag, der wie Windpocken oder Syphilis aussehen kann und sich vom Gesicht auf andere Körperteile, einschließlich der Genitalien, ausbreitet. Die Erkrankung verläuft meistens mild. Bei immunsupprimierten Personen kann die Erkrankung schwer verlaufen. Die Sterblichkeitsrate liegt beim westafrikanischer Typ bei ca. 1% und beim zentralafrikanischen Typ bei bis zu 10%.
Weitere Details, siehe WHO Factsheet, ECDC und CDC.
Mit weiteren Fällen muss gerechnet werden. Personen, die oben beschriebene Symptome aufweisen, sollten sich an einen Arzt:in wenden, idealerweise vorab telefonische Kontaktaufnahme. Personen, die mehrere Sexualpartner haben oder Gelegenheitssex praktizieren, sollten besonders wachsam sein!
Prävention: Gute persönliche Hygiene, Kontakt zu erkrankten Personen und Tieren unbedingt meiden. Bei Aufenthalten in West und Zentralafrika: Kein Konsum von Buschfleisch ("bushmeat"). Das individuelle Risiko bei Kontakt zu einem Patienten mit Affenpocken hängt von der Art und der Dauer des Kontakts ab. Bei sehr engem Kontakt zu einem Fall (z. B. Familienangehörige, Flugzeugnachbarn, medizinisches Personal) wurde das Ansteckungsrisiko bisher als moderat eingestuft, bei sexuellen / intimen Kontakten ist vermutlich hoch.
Quelle Bild: NCDC
WHO 18.5.2022, RKI 19.5.2022, UK GOV, 16.5.2022, Outbreak News Today, 18.5.2022, CDC, Labor Spiez
Alle Reisenden sollten eine Grundimpfung gemäss dem Schweizerischen Impfplan haben, LINK.
Bei unvollständigem oder unbekanntem Impfstatus werden Nachholimpfungen dringend empfohlen, und die Personen sollten bis zum Abschluss der Impfserie weiter verfolgt werden (Hinweis: Umweltproben wurden positiv auf cVDPV2 getestet).
EKRM_Factsheet_Layperson_DE_Polio.pdf
Bei Poliomyelitis oder Polio handelt es sich um eine Virusinfektion, die das Nervensystem angreift und die innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes zu einer vollständigen Lähmung der Gliedmaßen führen kann. Die Infektion kann mild oder sogar ganz ohne Symptome verlaufen. Wenn Symptome mit muskulären oder das Nervensystem betreffenden Komplikationen auftreten, resultiert dies fast immer in einer Folgeerkrankung mit Langzeitkomplikationen. Es gibt keine Medikamente, die Polio heilen können, aber die Impfung ist überaus effektiv.
Dank der Impfung konnte das ursprüngliche Poliovirus in den meisten Ländern ausgerottet werden. In Afghanistan und Pakistan finden jedoch immer noch neue Infektionen statt. In manchen Ländern zirkulieren Polioviren, die von den Impfviren der Schluckimpfungen abstammen, und verursachen Polio-Ausbrüche, besonders in Ländern, in denen der Impfschutz gegen Polio in der Bevölkerung nur gering ist.
Regelmäßiges Händewaschen nach dem Toilettengang und vor dem Essen oder der Essenszubereitung. Vermeiden von zu wenig gekochten oder rohen Lebensmitteln, die mit Fäkalien verunreinigt sein könnten.
Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist die Impfung. Es gibt eine sehr wirksame und gut verträgliche intramuskuläre Impfung gegen Polio (inaktivierter (getöteter) Polioimpfstoff, IPV), die Teil der Grundimpfungen während der Kindheit ist. Außerdem gibt es Kombinationsimpfstoffe (z. B. mit Diphtherie und Tetanus). Nach der Grundimmunisierung wird für Reisen in bestimmte Länder alle 10 Jahre eine Auffrischungsimpfung empfohlen (siehe Empfehlungen auf den Länder-Seiten). Die WHO empfiehlt eine jährliche Impfung für Einwohner oder Langzeitbesucher (min. 4 Wochen) eines Landes, in dem aktuell noch Infektionen mit dem Poliovirus vorkommen oder in dem vom Schluck-Impfstoff abgeleitete Polioviren zirkulieren. Diese Empfehlung dient nicht nur dem persönlichen Schutz, sondern hat auch das Ziel, eine weltweite Verbreitung des Virus zu verhindern.
Alle Reisenden sollten eine Grundimpfung und Auffrischungen gemäss dem Schweizerischen Impfplan haben, LINK.
Allgemeine Informationen bezüglich Masern, Mumps und Röteln (MMR)
Bitte folgende Links des BAG konsultieren:
Reisende sollten gegen Windpocken immun sein. Personen zwischen 13 Monaten und 39 Jahren, die noch keine Windpocken hatten, und die noch keine 2 Impfdosen gegen Windpocken erhalten hatten, sollten eine Nachholimpfung erhalten (2 Dosen im Abstand von mindestens 4 Wochen), siehe Schweizerischen Impfplan, LINK.
Bitte folgender Link des BAG konsultieren:
Empfehlungen zur Impfung gegen Varizellen (Windpocken) und Herpes Zoster (Gürtelrose)
Es existiert keine Therapie gegen Tollwut!
Massnahmen im Falle einer Exposition: Reinigen Sie die Wunde sofort gründlich mit viel Wasser und Seife für 10 - 15 Minuten! Desinfizieren Sie die Wunde (z. B. mit Betadine®, Merfen®) anschliessend. Lassen Sie sich unverzüglich (d.h. während der Reise!) notfallmässig gegen Tollwut impfen (postexpositionelle Prophylaxe) bei einem Arzt oder im nächstgelegenen Krankenhaus: Für diejenigen, die vor der Reise einen vollständigen Impfschutz gegen Tollwut erhalten haben (= präexpositionelle Impfung), sind zwei zusätzliche Impfungen (egal welcher Hersteller) in einem Abstand von 3 Tagen ausreichend; sie sollten unverzüglich vor Ort (d.h. im Reiseland) durchgeführt werden. Wenn kein vollständiger präexpositioneller Impfschutz besteht, muss vor Ort innerhalb kürzester Frist zusätzlich zur aktiven Impfung auch eine passive Immunisierung mit Immunglobulinen erfolgen.
Beachten Sie: Immunglobuline (und manchmal auch aktive Impfstoffe) stehen in ressourcenarmen Gegenden häufig nicht zur Verfügung, was zu Stress und Unsicherheit führen kann. Ausserdem wird eine Auffrischungsimpfung gegen Tetanus (Starrkrampf) empfohlen.
Es ist keine gute Idee, auf Reisen Tiere zu streicheln, auch wenn sie noch so süss sind! Füttern keine Tiere und berühren Sie keine wilden, unbekannten oder toten Tiere!
Die Impfung gegen Tollwut (preexpositionelle Impfung) wird den meisten Reisenden empfohlen und ist insbesondere empfohlen für:
Für die meisten Reisenden reichen 2 Impfdosen im Abstand von mindestens 7 Tagen vor der Abreise. Eine einmalige lebenslange Auffrischimpfung (3. Dosis) wird frühestens ein Jahr nach der Grundimmunisierung empfohlen, wenn weitere Reisen in Tollwutgebiete anstehen. Wenn Sie eine Immunsuppression haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt/Ärztin, da für Sie andere Impfabstände gelten.
Je nach geografischer Region und Art können Zecken verschiedene Krankheitserreger übertragen. Zu den durch Zecken übertragenen Krankheiten gehören beispielsweise die humane Ehrlichiose, Lyme-Borreliose, Tularämie, Babesiose, Zeckenrückfallfieber, Rocky-Mountains-Fleckfieber, andere Rickettsiosen, einige arbovirale Krankheiten und mehrere Flaviviren, die eine Gehirnentzündung verursachen können, wie z. B. die Frühsommer-Mengingoenzephalitis (FSME). Einige Zecken können zudem eine Zeckenlähmung verursachen. Zu den in Europa häufig von Zecken übertragenen Krankheiten gehören die Lyme-Borreliose, die FSME und die Tularämie.
In den USA (und in geringerem Masse auch in Südamerika) sind wichtige durch Zecken übertragene Krankheiten Babesiose, Anaplasmose und Ehrlichiose, die Powassan-Virus Erkrankung und das ‘Schwere Fieber mit Thrombozytopenie-Syndrom’ (STFS = severe fever with thrombocytopenia syndrome).
Andere wichtige von Zecken übertragene Krankheitserreger sind bakterielle Organismen, die Rickettsiosen verursachen und weltweit verbreitet sind. Bei Reiserückkehrern gelten Rickettsiosen als die vierthäufigste Ursache für Fieber. Zu den Symptomen gehören Hautausschlag, Bauchschmerzen und eine trockene, schwarze oder dunkle Kruste an der Einstichstelle.
Durch Zecken übertragene Krankheiten können weltweit auftreten, die Verbreitung hängt jedoch von der geografischen Lage ab (siehe Karte).
Zu den Gebieten mit erhöhtem FSME-Risiko gehören Mittel- und Osteuropa sowie die baltischen und nordischen Länder. FSME ist zudem in Russland weit verbreitet – von der westlichen Grenze zu Europa bis zur östlichen Landesgrenze.
Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektion in den gemässigten Zonen Europas, Nordamerikas und Asiens, und ihre geografische Verbreitung nimmt kontinuierlich zu. Mitteleuropa ist die Region mit den höchsten Zeckeninfektionsraten in Europa, insbesondere in Österreich, der Tschechischen Republik, Süddeutschland, der Schweiz, der Slowakei und Slowenien. Dort sind mehr als 10 % der jungen Zecken (Nymphen) und über 20 % der erwachsenen Zecken infiziert.
Babesiose kommt in bestimmten Regionen Nordamerikas und in bewaldeten Gebieten Europas und Ostasiens vor.
Die Anaplasmose ist in Nordamerika, Europa und China verbreitet.
Ehrlichiose tritt häufig in den USA, in bestimmten Regionen Europas, in Südamerika und in Afrika auf.
Die Powassan-Krankheit kommt im Nordosten der USA und im fernöstlichen Russland vor, während das Schwere Fieber mit Thrombozytopenie-Syndrom (SFTS) in den USA und im asiatisch-pazifischen Raum auftritt.
Rickettsiosen sind weltweit verbreitet. Das afrikanische Zeckenstichfieber (ATBF) ist die am häufigsten gemeldete Rickettsieninfektion, die auf Reisen erworben wird. Sie ist im südlichen Afrika verbreitet, insbesondere in Botswana, Südafrika und Simbabwe. Das Mittelmeer-Fleckfieber (MSF), das bei Rückreisenden aus den USA und dem Vereinigten Königreich gemeldet wurde, tritt in weiten Teilen Afrikas, Europas, Indiens und des Nahen Ostens auf. Das Rocky-Mountain-Fleckfieber (RMSF) ist dagegen Kanada, Teilen von Mittel- und Südamerika sowie in den USA weit verbreitet.
Das Krim-Kongo-Hämorrhagische Fieber (CCHF) ist eine seltene, aber schwerwiegende Viruserkrankung, die durch Zeckenstiche oder Kontakt mit infiziertem Tierblut übertragen wird. Es ist das am weitesten verbreitete virale hämorrhagische Fieber und kommt in Süd- und Osteuropa, dem Mittelmeerraum, Nordwestchina, Zentralasien, Afrika, dem Nahen Osten und dem Indischen Subkontinent vor. Personen, die im Gesundheitsbereich arbeiten und/ oder mit Nutztieren umgehen, haben ein höheres Risiko, sich zu infizieren.
Der Schlüssel zur Vorbeugung von durch Zecken übertragenen Krankheiten liegt darin, sich vor Zeckenstichen zu schützen
(siehe auch Merkblatt "Prävention von Mücken- und Zeckenstichen"):
Die beste Prävention gegen FSME ist die Impfung! Diese wird empfohlen, wenn man in einem endemischen Gebiet lebt oder reist. Der Impfstoff schützt gegen alle Virus-Subtypen.
Allgemeine Informationen bezüglich der saisonalen Grippe (Influenza)
Bitte folgende Links des BAG konsultieren:
Im Jahr 2018 wurden die ersten lokal erworbenen Dengue-Fälle gemeldet, wobei die Übertragung in den Provincen Cádiz, Catalonia und Murcia statt fand. Das Risiko ist gering.
Dengue_Factsheet_Public_ECTM_DE.pdf
Insect_and_Tick_Bite_Protection_Factsheet_Public_ECTM_DE.pdf
In 3 von 4 Fällen verläuft die Infektion mit dem Virus ohne Symptome. Nach einer kurzen Inkubationszeit (5 – 8 Tage) treten bei 1 von 4 infizierten Personen plötzliches Fieber, Kopfschmerzen, Glieder- und Muskelschmerzen, sowie Übelkeit und Erbrechen auf. Typisch sind auch schmerzhafte Augenbewegungen. Am 3. oder 4. Tag der Erkrankung kann ein Hautausschlag auftreten. Nach 4 bis 7 Tagen lässt das Fieber nach, die Abgeschlagenheit kann jedoch noch Tage oder Wochen andauern.
In seltenen Fällen kommt es zu einem schweren Verlauf des Denguefiebers. Besonders anfällig dafür sind einheimische Kinder und Senioren, sowie Personen, die bereits zuvor eine Infektion mit dem Dengue-Virus durchgemacht haben. Touristen entwickeln nur sehr selten diese schwere Form des Denguefiebers. In den ersten Tagen ähnelt der Krankheitsverlauf dabei dem des klassischen Denguefiebers, aber am 4./5. Tag, üblicherweise nachdem das Fieber nachgelassen hat, verschlechtert sich der Zustand. Der Blutdruck fällt ab und Patienten klagen über Atemnot, Bauchschmerzen, Nasenbluten und leichte Haut- bzw. Schleimhautblutungen. In den schwersten Fällen kann ein lebensbedrohlicher Kreislaufschock auftreten.
Für die Infektion mit dem Dengue-Virus gibt es keine spezielle Therapie. Die Behandlung beschränkt sich auf Linderung und Überwachung der Symptome: Fiebersenkung, Linderung von Augen-, Rücken-, Muskel- und Gelenkschmerzen und Überwachung der Blutgerinnung und des Blutvolumens. Patienten mit schweren Symptomen müssen im Krankenhaus behandelt werden.
Für Fiebersenkung und Schmerzlinderung werden Mittel mit dem Wirkstoff Paracetamol oder Acetaminophen empfohlen (z.B. Acetalgin® Dafalgan® Panadol®). Medikamente, die als Wirkstoff Acetylsalicylsäure enthalten (z. B. Aspirin®, Alcacyl®, Aspégic®), dürfen nicht verwendet werden.
Die beste vorbeugende Massnahme besteht aus einem effektivem Mückenschutz während des Tages und besonders auch in den Dämmerungsstunden (d. h. bei Sonnenuntergang):
Für weitergehende Informationen konsultieren Sie bitte das Informationsblatt zu «Schutz vor Insekten- und Zeckenstiche».
Hinweis zum Dengue-Impfstoff Qdenga®:
Ein konsequenter Mückenschutz während des Tages (siehe oben) gilt nach wie vor als die wichtigste Präventionsmassnahme gegen Dengue!
Neben Dengue, Chikungunya und Zika besteht in sub-/tropischen Regionen und einigen Gebieten Südeuropas die Gefahr anderer Erkranungen, die durch Anthropoden (Gliederfüssler) übertragen werden. Dazu gehören zum Beispiel folgende Krankheiten [und deren Vektoren]:
Das freie und verantwortungsbewusste Gestalten der eigenen Sexualität ist Teil eines gesunden Lebens. Zu wissen, wie man auf sich selbst und andere achtet, ist besonders wichtig, wenn man sich in neuen Situationen befindet – beispielsweise auf Reisen.
Reisende, die Gelegenheitssex haben, sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, sich mit sexuell übertragbaren Infektionen, sogenannten Sexually Transmitted Infections (STIs), einschliesslich HIV, anzustecken. Ein Auslandaufenthalt, wobei man auch neue Menschen kennen lernt, kann damit verbunden sein, sich anders zu verhalten und mehr Risiken einzugehen, als man dies zu Hause tun würde. Es ist wichtig daran zu denken, dass ungeschützter Sex und mehrere neue Sexualpartner ein Risiko für STIs darstellen. STIs können unter Umständen schwere Komplikationen verursachen und zudem auf weitere Partner übertragen werden, sofern diese nicht rechtzeitig bemerkt und behandelt werden. Sind Sie nicht sicher, ob es sich um eine Risikosituation handelt, dann hilft der 'Risk-Check' von Love Life weiter.
Wichtig: STIs können auch ohne oder mit nur leichten Symptomen auftreten. Auch wenn Sie keine Symptome haben, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie ungeschützten Sex mit einer neuen oder mehreren Partnerinnen oder Partnern hatten. Denn eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um eine Übertragung und Komplikationen durch unbehandelte Infektionen zu verhindern.
STIs können bei einer körperlichen Untersuchung oder durch die Untersuchung von Urin, einer Wunde oder eines Abstrichs aus der Vagina, dem Penis, dem Rachen oder dem Anus diagnostiziert werden. Bluttests können bei der Diagnose bestimmter Infektionen (Hepatitis A, B und C, HIV und Syphilis) auch helfen.
Der Zeitpunkt des Tests ist wichtig, da manche Infektionen kurz nach einer Ansteckung noch nicht nachweisbar sind (diagnostisches Fenster). Bei HIV und Syphilis sollte der Test in der Regel frühestens 6 Wochen nach dem sexuellen Kontakt gemacht werden. Bei Chlamydien und Gonorrhö sollte der Test frühestens 2 Wochen nach dem Kontakt gemacht werden. Dies gilt nur, wenn keine Symptome vorliegen.
Beachten Sie auch, dass der Zugang zu zuverlässigen Tests und Behandlungen an manchen Reisezielen eingeschränkt sein kann.
Vor der Reise:
Während der Reise:
Mpox ist seit vielen Jahren in West- und Zentralafrika verbreitet, wo die vermuteten Reservoirtiere - kleine Säugetiere - vorkommen. Es gibt zwei Typen des Affenpockenvirus, die als "Kladen" bezeichnet werden und die Krankheit Mpox verursachen: Klade I in Zentralafrika und Klade II in Westafrika. Seit dem Ende der Pockenimpfkampagnen in den frühen 1980er Jahren haben die Pockenfälle zunächst langsam und in den letzten 5-10 Jahren deutlich zugenommen, insbesondere in der Demokratischen Republik Kongo (DRC).
Im Jahr 2022 war eine neu aufgetretene Subklade von Klade II für eine weltweite Epidemie verantwortlich, die sich hauptsächlich durch sexuelle Kontakte zwischen Männern, die Sex mit Männern haben, verbreitete. Sie führte zum ersten internationalen Gesundheitsnotstand (PHEIC), den die WHO bis 2023 ausrief. Obwohl die Clade-II-Epidemie inzwischen unter Kontrolle ist, zirkuliert die Virus Variante Clade II weiterhin weltweit.
Im Jahr 2024 haben die anhaltende Ausbreitung von mpox Klade I in endemischen Regionen Zentralafrikas, insbesondere in der Demokratischen Republik Kongo, und das Auftreten einer neuen Subklade Ib im Osten der Demokratischen Republik Kongo und in benachbarten Ländern weltweit Besorgnis ausgelöst und die WHO veranlasst, zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren einen PHEIC auszurufen. Die derzeitige geografische Ausbreitung der Klade Ib erfolgt über kommerzielle Wege durch sexuelle Kontakte (z. B. Sexarbeiter), gefolgt von einer lokalen Übertragung in Haushalten und anderen Umgebungen (Letztes nimmt zunehmend an Bedeutung).
Übertragung vom Tier auf den Menschen: Mpox kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden, wenn dieser in direkten Kontakt mit einem infizierten Tier (Nager oder Primaten) kommt.
Übertragung von Mensch zu Mensch:
Mpox können von Mensch zu Mensch durch engen körperlichen Kontakt (sexuelle und nicht-sexuelle Kontakte) mit jemandem, der Symptome von Mpox hat, übertragen werden. Besonders ansteckend sind Haut- und Schleimhautläsionen, Körperflüssigkeiten und Schorf. Eine Person kann sich auch anstecken, indem sie Kleidung, Bettwäsche, Handtücher oder Gegenstände wie Essgeschirr benutzt, die durch den Kontakt mit einer Person mit Symptomen kontaminiert wurden. Für Haushaltsmitglieder, Familienangehörige und Sexualpartner eines bestätigten Mpox-Falls besteht ein höheres Ansteckungsrisiko, ebenso wie für Personen aus dem Gesundheitswesen, die eine erkrankte Person ohne angemessenen persönlichen Schutz behandeln.
Die Inkubationszeit (Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten von Symptomen) reicht von einigen Tagen bis zu 3 Wochen. Mpox verursacht einen Hautausschlag, der schmerzhaft sein und mit geschwollenen Lymphknoten und Fieber einhergehen kann. Das Fieber kann bereits vor der Hautausschlagphase einsetzen. Weitere Symptome sind Muskelschmerzen, Rückenschmerzen und Müdigkeit. Der Ausschlag kann lokalisiert oder generalisiert sein, mit nur wenigen oder bis zu Hunderten von Hautläsionen. Er betrifft hauptsächlich das Gesicht, den Rumpf, die Handflächen und die Fußsohlen. Er kann auch im Genitalbereich und auf den Schleimhäuten, z. B. in Mund und Rachen, auftreten. Die Symptome halten in der Regel 2 bis 4 Wochen an. Die Person bleibt so lange ansteckend, bis alle Läsionen abgeheilt sind (d.h. sobald die Krusten abgefallen sind).
Zu den Komplikationen gehören sekundäre bakterielle Infektionen, Infektionen der Lunge und des Gehirns sowie die Beteiligung weiterer Organe, Totgeburten und andere. Kinder, Schwangere und Menschen mit einem schwachen Immunsystem haben ein höheres Risiko, einen schweren Verlauf von Mpox zu entwickeln.
Die meisten Personen mit Mpox erholen sich spontan und benötigen keine spezifische antivirale Behandlung. Die Behandlung besteht darin, Schmerzen und andere Symptome zu lindern und Komplikationen (z. B. Superinfektionen) zu verhindern. Es gibt keine etablierte direkte antivirale Behandlung, jedoch werden mehrere antivirale Medikamente in verschiedenen Ländern untersucht und können in Studien oder in klinischen Situationen gemäss den Empfehlungen nationaler medizinischer Fachgesellschaften eingesetzt werden.
Im Falle von Symptomen:
Allgemeine Vorsichtsmassnahmen:
Impfung:
Es gibt einen Impfstoff gegen Mpox (Imvanex® oder Jynneos®, je nachdem, wo Sie wohnen). Dieser Impfstoff wurde ursprünglich zur Bekämpfung der Pocken entwickelt, bietet aber einen Kreuzschutz gegen Mpox. In der Schweiz ist der Impfstoff Jynneos® seit 2024 von Swissmedic lizenziert. Risikogruppen (z.B. Männer, die Sex mit Männern haben, oder Transgender-Personen mit mehreren Sexualpartnern) können sich seit 2022 impfen lassen, und diese Empfehlung bleibt unverändert (siehe Empfehlungen des BAG). Angesichts der epidemiologischen Situation in Afrika im Jahr 2024 empfiehlt die Schweizerische Expertenkomittee für Reisemedizin eine Impfung gegen Mpox für Berufstätige, welche mit Verdachtsfällen von Mpox in Kontakt sind oder sein werden, sowie Personen, die mit Tieren oder in einem Labor mit dem Virus arbeiten (bezüglich Aktualisierungen der Impfindikation, siehe News).
Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung und Reisende (Touristen) wird als äusserst gering eingestuft, wenn die oben genannten allgemeinen Vorsichtsmassnahmen befolgt werden; für sie wird eine Impfung nicht empfohlen.
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